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Grußworte

zum Marsch für das Leben 2009

Grußwort des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers

Sehr geehrte Damen und Herren,

es gehört zu den Widersinnigkeiten der Moderne, einerseits eine "Kultur des Lebens" hervorgebracht zu haben - und gleichzeitig zu schweigen darüber, dass das Leben tausender ungeborener Kindern massenhaft und unwiderruflich vernichtet wird. Papst Benedikt XVI. nannte das ganz richtig eine "Kultur des Todes".

Ich bin aber überzeugt: Die Qualität der modernen Welt bemisst sich an ihrer Menschlichkeit, an ihrem Umgang mit den Schwächsten, mit denen also, die sich selbst nicht helfen können. Die nicht selbst ihre Stimme erheben können.

Deshalb bin ich dankbar, wenn auch in diesem Jahr wieder mit dem Marsch für das Leben für kurze Zeit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die viele Tausende zählende Abtreibungen in unserem Land gelenkt wird. Ganz sicher sind Sie damit ein Pfahl im Fleische derjenigen, die sich mit dieser Zahl und auch mit den dahinter stehenden Schicksalen abgefunden haben. Die wegsehen. Und deshalb ermutige ich Sie in Ihrem Engagement. Es ist richtig. Es ist wichtig. Es tut Not.

Als ich vor etwa einem Jahr deutliche Kritik am Entwurf für ein Gendiagnostik-Gesetz formuliert habe, weil hier das ungeborene Leben nur unzureichend geschützt wurde, stieß ich damit auf massiven Widerstand. Im Ergebnis war meine Intervention aber erfolgreich. Vor diesem Hintergrund sollten wir alle uns nicht entmutigen lassen, für diejenigen die Stimme zu erheben, die selber keine Stimme haben!

Für den "Marsch für das Leben", für Ihren Einsatz deshalb alles Gute, viel Erfolg und Gottes Segen!

Ihr

Jürgen Rüttgers
Ministerpräsident

Grußwort des Ratsvorsitzenden 

für den ökumenischen Gottesdienst im Rahmen der Aktion "1000 Kreuze für das Leben" am 26.09.2009

Seit der rechtlichen Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs im Jahre 1995 sind mehr als zehn Jahre vergangen und man muss feststellen, dass die gut gemeinte Formel vom rechtswidrigen, aber straffrei bleibenden Schwangerschaftsabbruch dem allgemeinen Rechtsbewusstsein nicht wirklich zu vermitteln war. Nur noch wenige Menschen wissen, was in Fragen des Schwangerschaftsabbruchs in unserer Rechtsordnung verboten oder erlaubt, rechtswidrig oder rechtmäßig ist.

Insofern ist es gut, wenn der Schweigemarsch „1000 Kreuze für das Leben“ und der anschließende ökumenische Gottesdienst zum wiederholten Male ein Zeichen für das Leben setzen. Auch die Arbeitsgemeinschaft der Kirchen (ACK), der alle christlichen Kirchen in Deutschland angehören, hat ihre „Magna Charta“ einer christlichen Deutung des Lebens unter das biblische Leitwort gestellt: „Gott ist ein Freund des Lebens“ – ein Zitat aus der Weisheit Salomos 11,26. Die Kirchen haben darin ausgeführt, dass Embryonen in vitro und in vivo die gleiche Würde und das gleiche Recht auf Leben haben wie geborenes Leben. Beim vorgeburtlichen Leben handelt es sich nicht um rein vegetatives Leben, sondern um individuelles menschliches Leben, das als menschliches Leben immer ein werdendes ist. Darum kommt ihm ein schutzwürdiger Status zu, und es darf nicht zum willkürlichen Objekt von Manipulationen gemacht werden.

Die Kirchen haben sich immer an dem Grundsatz orientiert: Schwangerschaftsabbruch soll nach Gottes Willen nicht sein. Das Gebot Gottes schließt jede vorsätzliche Tötung eines Mitmenschen, also auch die Tötung eines ungeborenen Kindes, aus. Das Verbot der Tötung ist ein Grundpfeiler der Humanität und einer humanen Zivilisation. Ein Recht auf Abtreibung kann es darum nicht geben. Das menschliche Leben, das geborene wie das ungeborene, ist schutzwürdig. Die evangelische Kirche unterstützt Frauen in Schwangerschaftskonflikten mit der Zielsetzung, dass die Schwangerschaft als Lebensverhältnis gelingt. Deshalb haben wir einer Regelung des Schwangerschaftskonflikts zugestimmt, in deren Zentrum eine sorgfältige Beratung steht, die sowohl das Lebensrecht des Ungeborenen als auch die Konfliktsituation der Frau aufnimmt.

Die evangelische Kirche weiß sich dem Einsatz für jedes ungeborene Kind verpflichtet. Gerade deswegen hat sie von Anfang an bei der am Ziel des Lebensschutzes orientierten, aber ergebnisoffenen Beratung mitgewirkt. Sie sieht in der Beratung eine wichtige Chance, Frauen in einer besonders schweren Konfliktsituation beizustehen und ihnen Ermutigung, Zeit und Raum für eine verantwortliche Entscheidung zu geben. Die Beratung ist für nicht wenige Frauen eine gute, vielleicht die einzige Gelegenheit, ihre Konflikte und ihren Abtreibungswunsch ohne Druck von außen noch einmal zu überdenken und sich so für das Leben entscheiden zu können.

Es ist eine bleibende Aufgabe aller Christen, für den Schutz des Lebens einzutreten und sich dabei an Gottes Gebot und somit an der Liebe zum Nächsten zu orientieren. Dies schließt ein, sich in Gebet und Gottesdienst an Gott, den Freund des Lebens, zu wenden. Nur mit seiner Hilfe kann das Bewusstsein in Staat und Gesellschaft, aber auch in jedem Einzelnen für den Schutz des Lebens wirksam gestärkt werden.

Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber

Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland

Grußwort von Georg Cardinal Sterzinsky, Erzbischof von Berlin

Allen, die beharrlich und konsequent für die Bewahrung und den Schutz des menschlichen Lebens eintreten, gilt meine volle und uneingeschränkte Unterstützung.

Deshalb grüße ich alle, die auch in diesem Jahr wieder am "Marsch für das Leben" in Berlin teilnehmen und damit die Überzeugung zum Ausdruck bringen, dass kein Mensch und keine menschliche Instanz befugt ist, menschliches Leben zu töten. Dieser Grundsatz bezieht sich auf jedes Stadium des Lebens, auch auf das noch nicht geborene Leben wie auf das Leben im Todeskampf.

Ich ermutige alle, für eine entsprechende Gesetzgebung einzutreten und sich um eine solche Erziehung und einen Gesinnungswandel in der Bevölkerung zu mühen, damit dem Gebot Gottes und dem Grundgesetz unseres Staates entsprechend die Würde des Menschen tatsächlich unangetastet bleibe. Diesem Ziel diene die Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens!

Ich wünsche dem "Marsch für das Leben" weite Beachtung in der Öffentlichkeit.

Georg Cardinal Sterzinsky
Erzbischof von Berlin

Grusswort von Martin Kastler MdEP
anlässlich des "1000-Kreuze-Marsches" in Berlin am 26. September 2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Einstehen für das bedingungslose "Ja" zum menschlichen Leben eint uns an diesem Tag und auch ganz grundsätzlich. Mit Ihrem "Tausend-Kreuze-Marsch" durch die Bundeshauptstadt Berlin machen Sie auf die Geißel der Abtreibung aufmerksam, die jeden Tag unzählige ungeborene Menschen das Leben kostet.

Mutter Teresa hat einmal gesagt, die Abtreibung töte immer zwei, das ungeborene Kind und das Gewissen der Mutter. Wie abgetötet das Gewissen vieler in unserer Gesellschaft bereits ist, sehen wir als Lebensrechtler immer wieder dann, wenn versucht wird, Fragen des Lebensschutzes - ob am Anfang oder am Ende des Lebens - an den Rand der Gesellschaft zu schieben. In Zeiten, in denen von verschiedenen Stellen sogar ein "Recht auf Abtreibung" gefordert wird, ist es manchmal unbequem und erfordert Zivilcourage, sich öffentlich zum Recht auf Leben zu bekennen.

Als Abgeordneter, der sich für die Unverletzlichkeit menschlichen Lebens im Europäischen Parlament einsetzt, bedanke ich mich von ganzen Herzen dafür, dass Sie dieses Recht auf Leben der Gesellschaft und der Politik mit Ihrem Schweigemarsch ins Stammbuch schreiben. Einen Tag vor der Bundestagswahl weisen Sie damit auf ein Thema hin, das gerne unter den Teppich gekehrt wird.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Freunde, einen erfolgreichen und störungsfreien Verlauf Ihres Schweigemarsches und bin für Ihr wichtiges Anliegen gerne Ihr Ansprechpartner in Brüssel.

Martin Kastler

Gemeinsames Grußwort zum "Marsch für das Leben" am 26. September 2009

Sehr geehrte Damen und Herren,  

im Namen der Jungen Union Deutschlands und der Senioren-Union der CDU übersenden wir Ihren Teilnehmern die besten Grüße nach Berlin. Wir bedanken uns herzlich für Ihre Einladung, der wir leider wegen unserer Verpflichtungen in der Endphase des Bundestagswahlkampfes nicht folgen können. Wir freuen uns jedoch auf unseren weiteren Austausch. 

Uns verbindet in unserer Arbeit, dass wir uns generationenübergreifend eindeutig zum Schutz des Lebens bekennen – sowohl am Anfang als auch am Ende unseres Daseins. Die Abtreibung von rund 1.000 Ungeborenen jeden Tag widerspricht unserem christlichen Verständnis von der unveräußerlichen Würde des Menschen fundamental. 

Gemeinsam fordern die Senioren-Union und die Junge Union, werdende Mütter nicht allein zu lassen, sondern sie zu bestärken und ihnen mit umfassender Beratung zur Seite zu stehen. Es muss gelingen, dass Kinder als Bereicherung des Lebens und Geschenk Gottes angesehen werden. Wir brauchen daher die Bejahung des Lebens in unserer Gesellschaft. Dieses übergeordnete Ziel des Lebensschutzes gilt auch auf Feldern wie dem konsequenten Verbot aktiver Sterbehilfe oder der verbrauchenden Stammzellenforschung. Der Mensch ist an ethische Grenzen gebunden, die nicht überschritten werden dürfen. 

Eine Gesellschaft, die die Würde des Einzelnen wahrt, die den Schwächeren hilft und die den Menschen die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe bietet, bleibt unser gemeinsames Ziel. Die christlichen Werte wie Nächstenliebe und Fürsorge bilden für uns die Grundlage unseres Miteinanders. Wir dürfen uns nicht scheuen, uns öffentlich zum Glauben, zum christlichen Menschenbild und zur Familie zu bekennen. Mit Mut und Zuversicht werden wir als Christen auch künftig für unsere Überzeugungen einstehen! 

Für den „Marsch für das Leben“ und Ihr weiteres Engagement für den Schutz des Lebens wünschen wir Ihnen alles Gute und Gottes Segen. 

Mit den besten Grüßen        

Philipp Mißfelder MdB, Bundesvorsitzender der Jungen Union
Prof. Dr. Otto Wulff, Bundesvorsitzender der Senioren-Union